Seminarankündigung: „Ordoliberalismus wozu?“

In den frühen 1930er Jahren begründete Walter Eucken, zusammen mit den Juristen Franz Böhm und Hans Großmann-Doerth, die Freiburger Schule des Ordoliberalismus. Im Mittelpunkt von deren Forschungsprogramm stand das Erforschen und Gestalten der Wirtschaftsordnung, mit der klassischen Unterscheidung zwischen einer notwendigen regelbasierten Ordnungspolitik und einer unerwünschten interventionistischen Prozesspolitik. Das Errichten der Wettbewerbsordnung im Sinne einer funktionsfähigen und menschenwürdigen Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft war hierbei von zentraler Bedeutung.

Walter Eucken im linken Vordergrund – abgewandt von Heidegger (kleine Person, mittig)

Während der andauernden Eurokrise ist das Erbe des Ordoliberalismus wieder in den Fokus der polit-ökonomischen Debatten auch über Deutschland hinaus geraten. Es wird in der akademischen Diskussion der Konflikt herausgearbeitet zwischen der deutschen Position, die ein regelgebundenes Handeln fordert, und der französischen Position, die mehr für mehr Flexibilität und Pragmatismus plädiert. Internationale Ökonomen, die auf die schleppende Erholung der Eurozone hinweisen, beschuldigen die deutsche Position mangelnder Flexibilität und thematisieren kritisch, inwieweit die Ideen der Freiburger Schule überhaupt noch relevant sind.

Ausgehend von Euckens Buch „Nationalökonomie wozu?“, stellt dieses Seminar mit dem Titel „Ordoliberalismus wozu?“ eben diese übergeordnete Frage der Relevanz der Freiburger Schule. Um diese Frage zu beantworten, thematisieren wir im Seminar ausführlich sowohl ideengeschichtliche als auch aktuelle polit-ökonomische Themen. Darüber hinaus diskutieren wir die Rolle des Walter Eucken Instituts für die wissenschaftliche Politikberatung in Deutschland.

Format
Bei der Seminargestaltung unterscheiden wir zwischen den Formaten Vortrag mit Referenten und Diskussion (textbasiert, ein Mindestmaß an Moderation). Die Diskussionsleitung übernimmt entweder ein Stipendiat des Hayek-Kreises oder ein Referent.

Von den Teilnehmern wird erwartet, die vorab erhaltene Literatur vor der Anreise gelesen zu haben.
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Übernachtungen: Mittwoch bis Samstag
Anmeldung: Demnächst über freiheit.org
Anreise: Bahn oder Flugzeug (Baden-Baden oder „Basel Mulhouse Freiburg“)
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In Kooperation mit dem Walter Eucken Institut und der Reinhold-Maier-Stiftung 🙂

 

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